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Das Wochenbett: Hebammen-Tipps für die ersten Tage nach der Geburt

Das Wochenbett und die ersten Tage nach der Geburt.

Gerade erst hat man die Schwangerschaft und die Geburt hinter sich gebracht – und zwar mit allem, was dazugehört: Aufregung, Freude, Ungewissheit, Geburtsschmerzen und natürlich Glücksgefühlen pur – und schon geht es in Windeseile weiter. Zeit, das Erlebte richtig zu verarbeiten, bleibt kaum. Schließlich ist das Baby da und will versorgt werden. Ebenso der eigene Körper, der einem plötzlich fremd und „leer“ erscheint. Und darüber hinaus muss man lauter Dinge tun, von denen man noch keine Ahnung hat. Stillen zum Beispiel. Windeln wechseln. Rückbildungsgymnastik. Aber vor allem: Mama sein! Umso wichtiger ist es für alle werdenden Mütter, sich auch auf die Phase nach Schwangerschaft und Geburt vorzubereiten – auf die spannende Zeit des Wochenbetts!

Danielas Hebammen-Tipps für ein wundervolles Wochenbett

Liebe frischgebackene Neu-Mami! Auch wenn du gerne sofort nach der Geburt wieder voll durchstarten möchtest, empfehle ich dir, die ersten Wochen mit deinem Baby im Bett oder auf dem Sofa zu verbringen. Zumindest aber „ums Sofa herum“, also gaaaaanz relaxed. Es heißt ja nicht umsonst Wochenbett;-)). Denn besonders in den ersten Wochen nach der Geburt kann dein Körper sehr stark auf jegliche Art von Stress reagieren: Fieber, Schüttelfrost, Depressionen, verstärkte Blutungen, Milchstau & Co. können dir dann den Start mit deinem Baby gründlich vermiesen. Also schalte ganz bewusst einen Gang runter und genieße deine Kuschelzeit. Am besten zusammen mit dem Vater (oder der Partnerin), der in der ersten Zeit Urlaub hat, damit sich die ganze Familie auf das Baby einstellen kann.  Wir haben dir eine Wochenbett-Checkliste für die ersten Tage nach der Geburt  zusammengestellt, die dir hilft, im Vorfeld alles zu organisieren und vorzubereiten.


Die Bedeutung des Wochenbetts

Das Wochenbett ist die erste Zeit nach der Geburt, in der sich die frischgebackenen Eltern und das Baby ganz intensiv kennenlernen und eine feste familiäre Bindung aufbauen. Das sogenannte „Bonding“ besteht vor allem aus viel Hautkontakt und sorgt für ein stabiles Bindungsverhalten und psychische Ausgeglichenheit. Das kommt sowohl den Eltern als auch dem neuen Erdenbürger ein Leben lang zugute! Liebevoll wird diese Phase auch als „Babyflittern“ bezeichnet, weil genau wie in den Flitterwochen Nähe, Liebe und der bewusste Start in ein gemeinsames Leben eine übergeordnete Rolle spielen.

Darüber hinaus erholen sich Mutter und Kind im Wochenbett von den Anstrengungen der Schwangerschaft und der Geburt. Somit ist das Wochenbett auch eine Zeit der Heilung und Erholung – idealerweise für ganze acht Wochen. Natürlich ist es aber jeder Mami selbst überlassen, wie viel Zeit sie sich dafür nehmen kann und möchte. Lediglich das sogenannte Früh-Wochenbett, also die ersten zehn Tage nach der Entbindung, sollte wirklich jede Mama mit ihrem Baby möglichst im oder zumindest auf dem Bett oder der Couch verbringen.

Tipps fürs Wochenbett

Das passiert mit deinem Körper im Wochenbett

In den ersten Tagen nach der Geburt fühlen sich die meisten Frauen erschöpft und ausgelaugt – kein Wunder nach der anspruchsvollen Zeit der Schwangerschaft und der Geburt! Die Entbindung und die hormonellen Veränderungen bewirken, dass sich deine Gebärmutter zusammenzieht und sogenannte Nachwehen auslöst. Diese können sich mitunter schmerzhaft bemerkbar machen, sind aber in der Regel ein gutes Zeichen dafür, dass die Rückbildung in vollem Gange ist!

Auch der Wochenfluss ist anfangs noch ziemlich stark. Er entsteht durch die Ablösung der Plazenta in der Gebärmutterwand und ist nichts anderes als ein Wundsekret, das nach und nach abfließen muss. Dafür gibt es spezielle Vorlagen, die sowohl saugstark als auch angenehm auf der mitunter noch verletzten Haut sind. Eine gute Hygiene sollte gerade jetzt selbstverständlich sein, auch wenn das Duschen anfangs vielleicht etwas Überwindung kostet. Auf Vollbäder sollten alle frischgebackenen Mamis jedoch zunächst verzichten, damit keine Keime in die Gebärmutter gelangen können.

Die Rolle der Hebamme in der Zeit des Wochenbetts

Die Aufgaben deiner Hebamme in der Zeit des Wochenbetts sind vielfältig und ganz individuell auf die Mutter und das Kind abgestimmt: So überwacht sie zum einen die körperliche Entwicklung des Neugeborenen, versorgt den Nabel, beobachtet sein Trinkverhalten und überprüft den Windelinhalt. Zum anderen kümmert sie sich um das körperliche und seelische Befinden von dir und unterstützt dich beim Einüben des Stillens und bei eventuellen Stillproblemen.

Gerade die emotionale Stütze ist während des Wochenbetts Gold wert: Denn durch die vielen Hormone sind Neu-Mamis oft weniger ausgeglichen und sensibler als sonst – Babyblues inklusive! Doch keine Sorge, auch hier weiß die erfahrene Hebamme Rat! Apropos Rat: In den ersten zehn Tagen nach der Entbindung besucht die Hebamme dich und dein Kind täglich.

Was viele junge Mütter jedoch nicht wissen: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nicht nur diese zehn Besuche, sondern darüber hinaus noch 16 weitere Hausbesuche in den ersten acht Wochen nach der Geburt. Und solltest du beim Stillen beziehungsweise Abstillen weitere Begleitung brauchen, werden sogar die Kosten für weitere acht Besuche übernommen!

Wochenbett und Sport

Bereits kurz nach der Geburt darfst du dich hin und wieder bewegen und mit leichten Übungen beginnen, um die Rückbildung und auch dein Wohlbefinden zu fördern. Deine Hebamme wird dir zeigen, welche Übungen du bereits im Frühwochenbett ausführen kannst. Die klassische Rückbildung beginnt erst nach dem Wochenbett. Sie dient dazu, die erschlafften Muskeln im Beckenboden zu kräftigen und den Bauch und Rücken zu stärken.

 

Termine und Organisatorisches in der Zeit des Wochenbetts

Die erste Vorsorgeuntersuchung, die sogenannte „U1“, findet sofort nach der Geburt statt und soll Aufschluss darüber geben, ob alle lebenswichtigen Funktionen beim Neugeborenen vorhanden sind.

Zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag findet dann die zweite Untersuchung, die „U2“ statt. Sie ist die erste komplette Grunduntersuchung „von Kopf bis Fuß“ und wird auch Neugeborenen-Basisuntersuchung genannt.

Aber auch der lästige wie nötige „Papierkram“ will im Wochenbett erledigt werden: Sollte die Entbindung in einer Klinik stattgefunden haben, kann die Geburtsurkunde praktischerweise direkt vor Ort ausgestellt werden. Sie ist die Voraussetzung dafür, beispielsweise Elterngeld oder einen Kinderpass zu beantragen.

Das Mutterschaftsgeld hingegen muss bereits einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin bei der Krankenkasse beantragt werden, da der Bezug bereits sechs Wochen vor der Entbindung startet. Das Mutterschaftsgeld wird bis zur achten Woche nach der Geburt gezahlt.

Das Wochenbett nach der Geburt

Tipps für deine Wochenbett-Vorbereitung

Damit du entspannt in dein Wochenbett starten kannst, haben wir dir ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt. Alles findest du auch noch einmal in unserer praktischen Checkliste Wochenbett zum Download.


1. Wochenbett-Tipp: Besorge alle nötigen Hygieneartikel

Für den Wochenfluss sind Vlieswindeln für die ersten Tage nach der Geburt ideal. Diese gibt es im Drogeriemarkt. Ebenso wie dicke Damenbinden, die möglichst atmungsaktiv und ohne Kunststoff sein sollten. Später, wenn der Wochenfluss nachlässt, kannst du auf dünnere Binden oder Slipeinlagen umsteigen. In der ersten Zeit ist Calendula-Essenz aus der Apotheke hilfreich zum Spülen von Geburtsverletzungen.

Beim Duschen verzichtest du am besten auf Duschgels mit Parfüm. Es ist wichtig, dass dein Baby dich riechen kann, deshalb sind duftneutrale Waschgels besser geeignet. Für deinen Intimbereich ist Wasser vollkommen ausreichend.


2. Wochenbett-Tipp: Besorge dir alles, was du zum Stillen brauchst

Um dir deinen Stillstart so angenehm wie möglich zu machen, solltest du mindestens zwei gute Still-BHs ohne Bügel oder Stilltops haben. Einige Mütter tragen diese auch in der Nacht, dann benötigst du eine größere Anzahl.

Gegen wunde Brustwarzen beim Stillen verschafft dir Lanolinsalbe Linderung, Retterspitz hilft bei Milchstau als getränkter Wickel, der auf die Brust gelegt wird. Du kannst auch Wärmepads verwenden, um den Milchspendereflex anzuregen. Nach dem Stillen helfen Kühlpads gegen eventuelle Beschwerden.

Besorge dir ein Stillkissen und weiche, saugfähige Stilleinlagen, am besten waschbare statt Einweg, sie eignen sich auch für die Retterspitz-Anwendungen. Bei Stillbeschwerden helfen auch unsere Brustpads die Busenfreundinnen.

 

Busenfreundinnen

 

3. Wochenbett-Tipp: Fülle deine Vorräte und den Gefrierschrank auf

Für deine Erholung und für deine Milchbildung ist es wichtig, dass du regelmäßig isst. Ideal sind Lebensmittel, die viele Kohlenhydrate enthalten, wie Brot, Kartoffeln oder Nudeln. Studentenfutter und Beeren eignen sich gut als Stillsnack. Als Getränke sind Stilltees und malzhaltige Getränke wie Malzbier, Ovomaltine oder Landkaffee optimal, um deine Milchbildung zu fördern.

Vor der Geburt lassen sich Gerichte wie die Lieblings-Bolognese, Suppen und Nudel-Aufläufe vorkochen und einfrieren, so dass du sie im Wochenbett nur auftauen und erwärmen musst. Um dir das Einkaufen zu ersparen, kannst du auch in Supermärkten online bestellen oder dir frische Gemüsekisten liefern lassen. Du kannst auch deine Babybesucher bitten, etwas Selbstgekochtes mitzubringen statt einem Plüschtier oder Strampler.


4. Wochenbett-Tipp: Organisiere deinen Alltag richtig

Es ist hilfreich, sich bereits vor der Geburt Gedanken zu machen, wie der Alltag in der Zeit des Wochenbetts bestmöglich organisiert werden kann, erst recht wenn dein Partner nicht direkt frei nehmen kann und weitere Geschwister da sind. Fragen wie diese sollten rechtzeitig geklärt sein:

Wer kann sich um den Haushalt kümmern?
Wer übernimmt den Einkauf?
Wer bringt ältere Geschwister zur Kita, in die Schule und ins Bett?
 Wie ist die Betreuung der Geschwister außerhalb der Kita/Schule geregelt?

Binde dein Umfeld mit ein und nimm Angebote von Familie und Freunden an. Sie können Essen mitbringen, den Einkauf erledigen und die älteren Geschwister gern zu einem Ausflug abholen. Du kannst dir für die Zeit im Wochenbett auch eine Putzhilfe – unkompliziert über Vermittlungsportale im Web – gönnen, die dir die Arbeit im Haushalt abnimmt. Erkundige dich bei deiner Krankenkasse, ob du eine Haushaltshilfe beantragen kannst, sofern du gesundheitlich nicht in der Lage bist den Haushalt zu führen – im Wochenbett ist diese Hilfe zuzahlungsfrei.


5. Wochenbett-Tipp: Melde dich ab und entspanne zu Hause

Das Wochenbett ist dazu da, dass du dir Zeit ganz für dich und dein Kind nehmen darfst. Entspannt in bequemer Kleidung auf dem Sofa und im Bett lässt sich die gemeinsame Zeit am besten genießen. Ein gutes Gefühl nach der Geburt geben unsere Slips: Der Bauchschmeichler hält deinen Bauch und stützt angenehm.

 

Bauchschmeichler in div. Farben

 

Für die Kaiserschnitt-Geburt eignet sich der Kaiserschlüpfer, der über ein kühlendes Pad für deine Narbe verfügt. Er schützt die Naht und gibt dir ein besseres Gefühl nach der Geburt.

Sicher brennen deine Familie und Freunde darauf, euch zu besuchen und den neuen Erdenbürger zu begrüßen. Plant am besten vorher, wie ihr die Besuche gestalten möchtet. Am besten alle zusammen mit Kaffee und mitgebrachtem Kuchen oder lieber einzelne Besuche? Es ist völlig in Ordnung, in den ersten Tagen das Telefon abzustellen und den Anrufbeantworter mit einem netten Gruß zu besprechen.

 

Kaiserschlüpfer inkl. Kühlpad

 

6. Wochenbett-Tipp: Richte eine WhatsApp-Gruppe ein

Nach der Geburt freuen sich Familie oder Freunde über die ersten süßen Fotos. Richte schon vorab eine WhatsApp-Gruppe oder einen E-Mail-Verteiler ein. Ganz klassisch kannst du auch in den letzten Wochen vor der Geburt Karten und Briefumschläge vorschreiben, um die frohe Botschaft zu verkünden.

 

Hebamme Daniela

“Ich wünsche dir ein schönes Wochenbett und eine tolle Kennenlernen-Zeit. Alles Liebe und Gute für dich und deine Familie.”

Deine Hebamme Daniela

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