Natürliche Hormonbalance für Frauen: Was dein Körper jetzt braucht!
Jede von uns hat mal eine schlechte Nacht, ein Stimmungstief oder einen energielosen Tag. Wir reagieren auf alles, was im Innen und im Außen passiert. Dabei gleicht kein Tag dem anderen und auch unser Körper verändert sich kontinuierlich. Wir alle sind zyklische Wesen und insbesondere wir Frauen erfahren Monat für Monat durch unseren Menstruationszyklus zusätzliche Besonderheiten und manchmal auch Herausforderungen. Wobei ich fest davon überzeugt bin, dass die Natur nicht vorgesehen hat, dass wir Frauen unter dem hormonellen Auf und Ab innerhalb des Zyklus und dann auch später in und nach den Wechseljahren leiden. Und doch haben so viele Frauen hormonelle Beschwerden, die sich in unterschiedlichsten Formen zum Ausdruck bringen. Allen voran:
- – Energielosigkeit und Erschöpfung
- – Bauch- und Regelschmerzen, Verdauungsprobleme
- – Zyklusunregelmäßigkeiten und ausbleibende Perioden
- -Ein- und Durchschlaf-Probleme
- – Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und innere Unruhe
- – Brustspannen und Wassereinlagerungen
- – Gewichtszunahme, aufgeblähter Bauch
- – Zyklusabhängige Kopfschmerzen und Migräne
- – Hitzewallungen und Nachtschweiß
- – Gelenk- und Muskelschmerzen
- – Konzentrationsprobleme und Brain Fog
Und das ist nur ein kleiner Auszug möglicher Symptome. Es gibt weit über 100 Symptome, die dem prämenstruellen Syndrom zugeschrieben werden können und über 30, die mit den Wechseljahren einhergehen können. Vermutlich gibt es noch deutlich mehr.
Die gute Nachricht: Wir können den Körper auf so vielen Ebenen auf natürliche Weise unterstützen. Und: Der eigene Körper ist nie gegen uns, aber immer in Kommunikation mit uns. Die Frage ist: Wie gut hören wir zu und in welchem Maße sind wir bereit, uns die Signale anzusehen?
Viele Frauen haben die Tendenz, kontinuierlich über ihre Grenzen zu gehen und sich über körperliche Bedürfnisse hinwegzusetzen. Das kenne ich auch von mir und vielen meiner Klientinnen – was nicht bedeuten soll, dass wir an allen Symptomen oder Krankheiten selbst schuld sind. Aber es kann sehr gut sein, dass Nerven- und Hormonsystem auf das Hinwegsetzen der Köpersignale reagieren und hormonelle Symptome stärker werden oder sich ein Nährboden für ebensolche bildet, wenn wir genau das immer wieder tun.
Hormonelle Balance heißt nicht, dass wir uns jeden Tag gleich fühlen, immer gleich viel Energie haben oder immer gut drauf sind. Es bedeutet, dass der Körper flexibel auf das, was ist, reagieren kann. Dafür benötigen wir eine gute Nährstoffversorgung, ausreichend Schlaf, ein zum Energielevel und zum Körper passendes Bewegungspensum und ein cleveres Stressmanagement.
Insbesondere letzteres ist unverzichtbar und gehört zu den wichtigsten Säulen für hormonelles Gleichgewicht.
Wie unser Nervensystem die hormonelle Balance stören kann:
Es ist völlig natürlich, dass unser Nervensystem zwischen Anspannung und Entspannung pendelt. Je nachdem, was gerade ansteht, was wir erleben oder leisten. Es sind unsere Stresshormone, die uns herausfordernde Situationen meistern lassen, indem sie zum Beispiel dafür sorgen, dass wir fokussiert sind, uns gut konzentrieren oder blitzschnell reagieren können. Stress ist also auch ein natürlicher Zustand für den Körper, den er gut meistern kann. Allerdings nicht immer und in zu hohem Maße, wie es bei vielen von uns heutzutage leider der Fall ist. Das liegt mitunter auch daran, dass wir verlernt haben, uns richtig und regelmäßig zu entspannen. Ständige Erreichbarkeit, Lärm und Umweltgifte sind nur einige Faktoren, die immensen Stress für den Körper bedeuten und die in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Viele sogenannte Stressoren nehmen wir mit einer Selbstverständlichkeit hin, ohne uns dessen bewusst zu sein, was sie für unseren Körper bedeuten.
Stress über einen längeren Zeitraum bedeutet mehr Stresshormone im Körper. Zumindest zu Beginn fördert das die Leistungsfähigkeit und sorgt dafür, dass wir in dieser herausfordernden Zeit nicht krank werden. Hält der Stress über Wochen und Monate an, ohne dass der Körper auch die nötigen Entspannungsphasen erlebt, kippt die Situation im Körper. Das System schlussfolgert, es ist gerade nicht sicher und offenbar herrschen schlechte Zeiten.
Evolutionsbedingt ist es jetzt zum Beispiel nicht sicher, schwanger zu werden. Zudem kostet das am Laufen halten eines regelhaften weiblichen Zyklus auch viel Energie. Energie, die der Körper in stressigen Phasen lieber für andere Zwecke bereithält. Auch Stoffwechsel und Schilddrüsenfunktion werden als Energiesparmaßnahme heruntergefahren. Und sicherheitshalber steigt die Fetteinlagerung, vorzugsweise am Bauch, um sicherzustellen, dass wir für die wirklich schlechten Zeiten vorbereitet sind – aus körperlicher Sicht waren das früher Hungersnöte. Dass das heute für die meisten von uns nicht mehr der Hauptstressor ist, kann der Körper nicht unterscheiden und fährt sein uraltes Programm ab.
Daraus kann sich für das hormonelle System ein richtiger Teufelskreis ergeben.
Die Lösung: ein gutes Stressmanagement mit Zeit für Pausen und Entspannung. Und ja, das ist möglich, auch wenn der Terminkalender voll ist. Quälen wir uns mit halber Energie durch irgendwelche To-Dos, brauchen wir viel länger, als wenn wir mit klarem Kopf und Ruhe an die Sache gehen. Dafür braucht es nicht viel, denn unser Nervensystem ist in der Regel sehr reaktionsfreudig. Ein paar bewusste Atemzüge in den Bauch, ein kurzer Spaziergang oder eine kleine Yoga-Einheit sorgen bereits für Ausgleich.
Wenn Daueranspannung zum neuen Normal geworden ist, kann es sein, dass sich das Nervensystem zunächst erst wieder an einen entspannten Zustand gewöhnen muss. Das erfordert etwas Geduld, ist aber nichts, was unmöglich ist. Zusätzlich können wir unseren Körper – insbesondere Nerven- und Hormonsystem – hervorragend unterstützen, indem wir Giftstoffe meiden. Die sorgen nämlich auch für ordentlich Stress im System und belasten den Körper auf vielen Ebenen. Das Gute ist: Wir haben es mit jeder Kaufentscheidung in der Hand. Mit Bio-Lebensmitteln, zertifizierter Naturkosmetik und Öko-Reinigungs- und Waschmitteln können wir einiges bewirken – übrigens für die ganze Familie. Lieber natürliche Duftstoffe wie ätherische Öle verwenden, statt die Chemiekeulen aus Parfümerien oder Duftkerzen. Es lohnt sich auch, Plastik radikal zu reduzieren und stattdessen auf Glasflaschen und -Behälter zu setzen sowie auf Edelstahl und Holz.
Wenn Ernährung zum Stressfaktor wird!
Auch eine ungünstige oder einseitige Ernährungsform, hochverarbeitete Lebensmittel oder Fertigprodukte sind Stress für den Körper und auch das macht sich mit zunehmendem Alter stärker bemerkbar. Plötzlich passen die Hosen nicht mehr oder die Körperform verändert sich, Heißhunger oder Unverträglichkeiten nehmen zu. Die Art und Weise wie wir essen, was wir essen und wann wir essen hat immensen Einfluss auf die Hormonbalance.
Eine ausreichende Nährstoffzufuhr sorgt dafür, dass der Körper all seinen Aufgaben nachgehen kann und wir ausreichend Energie zur Verfügung gestellt bekommen, für alles, was ansteht. Außerdem beeinflusst unsere Lebensmittelwahl den Blutzuckerspiegel. Schwankungen sind natürlich. Wenn der Blutzuckerspiegel allerdings ständig Achterbahn fährt, was zum Beispiel der Fall sein kann, wenn wir einfache Kohlenhydrate wie Gebäck, Pasta oder Brot essen oder eine Limo trinken, fällt er in der Regel danach auch wieder stark ab. Diese Schwankungen bedeuten ebenfalls Stress für den Körper, sie können Heißhunger und Gewichtszunahme auslösen oder verstärken, langfristig sogar zu einer Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes führen.
Hormonfreundliche Mahlzeiten, die aus ausreichend Ballaststoffen und Proteinen, gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten bestehen, lassen den Blutzuckerspiegel hingegen weniger stark ansteigen. Wir sind länger satt und entwickeln keinen Heißhunger. Und das sollte direkt beim Frühstück anfangen. Und nein: Der morgendliche Kaffee oder Café Latte mit Hafermilch hat nichts mit Frühstück zu tun. Der Körper braucht Substanz. Wir fahren ja auch nicht mit unserem Auto los, wenn der Tank leer ist. Kein “Benzin” zu haben, ist nämlich auch Stress für den Körper. Ein ausgewogenes Frühstück sorgt übrigens auch im Laufe des Tages dafür, dass wir tendenziell gesündere Entscheidungen treffen, keinen Heißhunger entwickeln und weniger snacken – letzteres ist ebenfalls ungünstig für Bauchspeicheldrüse, Blutzucker- und Insulinspiegel.
Außerdem tragen hormonfreundliche Mahlzeiten zu einem gesunden Darmmikrobiom und einer guten Verdauung bei. Beides ist wichtig für das hormonelle Gleichgewicht. Und auch die Leber profitiert. Die Leber selbst produziert zwar keine Hormone, verstoffwechselt sie aber und bereitet sie auf die Ausscheidung über den Darm vor.
In meinem Buch Neustart für die Hormone erfährst du alles über einen hormonfreundlichen Lebensstil.
Das Buch verfolgt einen ganzheitlichen, natürlichen Ansatz: Stressmanagement, Ernährung, Nährstoffe und Lifestyle, als Maßnahmen vereint, für Balance und Harmonie im Körper und als Gesundheitsprävention. Es beinhaltet auch ein praktisch umsetzbares 4-Wochen-Programm, mit wochenbasiertem und auch anpassbarem Lifestyle-Plan, der den Einstieg leicht macht und direkt anwendbar ist – für mehr Energie und Gelassenheit, Stoffwechsel- und Verdauungs-Optimierung sowie eine Verbesserung der Schlafqualität.
Über unsere Gast-Autorin Astrid Nöhring
Ich bin Heilpraktikerin, Fachberaterin für Hormone und Ernährung, Yoga-Expertin und Autorin. Seit Jahren arbeite ich inzwischen mit Frauen zusammen und zeige ihnen, wie sie ihre Hormonbalance auf natürliche Weise fördern – mit einer Tiefe, die medizinisches Fachwissen und echte Körperintelligenz verbindet. Über Jahrzehnte kämpfte ich selbst mit massiven Hormonprobleme, rannte von Arzt zu Arzt, probierte unzählige Behandlungen und machte sogar eine Psychotherapie – doch nichts brachte mir das ersehnte Gleichgewichtund die Energie zurück. Ich kenne Zyklusprobleme, Erschöpfung und frühe Wechseljahre aus eigener Erfahrung, weiß, wie zermürbend schlaflose Nächte und kraftlose Tage sein können – und: Ich weiß heute, wo man ansetzen darf, um Körper, Hormone und Mindset wieder in Einklang zu bringen.
Zu Astrids Buch: https://riva-store.de/neustart-fuer-die-hormone/
Hier findest du mehr über Astrid und ihre Arbeit:
Instagram @astrid.noehring
www.astridnoehring.de

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