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Der Kaiserschnitt – alle Informationen rund um die operative Geburtsmethode

Der Kaiserschnitt: alle Infos rund um die operative Geburtsmethode.

Es gibt Dinge, die müssen einfach raus. Wie beispielsweise das Baby, das gerade in deinem Bauch heranwächst … Die Frage ist nur: Wie genau soll dieser besondere Moment ablaufen? Wartest du ab, bis die Wehen einsetzen und versuchst es auf natürlichem Wege oder planst du einen Kaiserschnitt? Die operative Entbindungsvariante, die viele Jahre lang nur in Notfällen praktiziert wurde, erfreut sich heutzutage immer größerer Beliebtheit. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, wird das Thema Kaiserschnitt und insbesondere der Wunschkaiserschnitt heiß diskutiert. Wir wollen dich, liebe Mami in spe, mit allen nötigen Infos versorgen, um dich umfassend über das Thema Kaiserschnitt aufzuklären.


Danielas Hebammen-Tipp

Kaiserschnitt = Kinderkriegen light? Ganz so einfach ist die Sache natürlich nicht, denn wie dein Kind auf die Welt kommt, hängt von vielen Faktoren ab: Das können zum einen medizinische Gründe sein. Etwa, wenn das Köpfchen des Kindes zu groß für das Becken der Mutter ist. Oder sich der Mutterkuchen frühzeitig löst. Oder die Geburt einfach nicht vorangehen will. In solchen Fällen ist ein Kaiserschnitt oft lebensrettend. Zum anderen spielen auch persönliche Aspekte eine große Rolle. Vielleicht möchtest du die Geburt gerne ganz bewusst erleben, und zwar genau dann, wenn dein Baby das Startzeichen gibt. Vielleicht hast du aber auch so große Angst davor, die Geburtsschmerzen nicht aushalten zu können, dass du dich gegen eine Spontangeburt entscheidest. Ganz gleich, mit welcher Entbindungsmethode dein Baby das Licht der Welt erblickt: Ein Kaiserschnitt ist in vielen Fällen sinnvoll und angebracht – aber eben nicht unbedingt die „leichtere“ Geburt, auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein haben mag.


Was ist ein Kaiserschnitt?

Ein Kaiserschnitt, auch Sectio caesarea, oder kurz Sectio genannt, ist ein operativer Eingriff, bei der Bauchdecke und Gebärmutter der Schwangeren chirurgisch geöffnet werden, um das Ungeborene auf die Welt zu holen. In Deutschland werden ungefähr ein Drittel aller Babys so entbunden. Dabei unterscheidet man zwischen einem geplanten Kaiserschnitt, der primären Sectio, der aus medizinischen Gründen noch vor dem errechneten Geburtstermin durchgeführt wird.  Die sekundäre Sectio erfolgt bei einer bereits begonnenen vaginalen Geburt, bei der der Umstieg auf einen Kaiserschnitt erforderlich ist. Ein Wunschkaiserschnitt findet  meist aus persönlichen statt medizinischen Gründen an einem geplanten Tag statt.


Wann führt man einen Kaiserschnitt durch?

In erster Linie wird ein Kaiserschnitt aus medizinischen Gründen durchgeführt. Das können beispielsweise Vorerkrankungen oder anatomische Probleme der werdenden Mutter sein, eine Quer- oder Beckenendlage des Babys, ein Nabelschnurvorfall mit Abknicken der Nabelschnur oder ein (drohendes) Einreißen der Gebärmutter. Aber auch ein sehr hohes Geburtsgewicht oder Mehrlingsschwangerschaften sowie vorherige Sectios sprechen für einen Kaiserschnitt. Darüber hinaus kann die operative Entbindungsmethode bei einem zu langen Geburtsverlauf oder -stillstand und zu starker Erschöpfung der Mutter zum Einsatz kommen.

Eine Sonderform des Kaiserschnitts stellt die Sectio auf Wunsch dar, bei der es keine medizinische Indikation gibt. Hier liegen meist persönliche Gründe, wie eine bessere Planbarkeit des Geburtstermins oder die Angst vor einer vaginalen Geburt zugrunde.

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Ein Kaiserschnitt wird in der Regel mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt. Dabei wird das Schmerzempfinden im relevanten Bereich zwar ausgeschaltet, aber die werdende Mama bleibt bei vollem Bewusstsein und kann ihr Baby anschließend direkt in Empfang nehmen.

Nachdem die Patientin für die OP vorbereitet wurde, beginnt der eigentliche Eingriff: Der Chirurg setzt einen acht bis zwölf Zentimeter langen Schnitt am Unterbauch, zumeist entlang der „Bikinifalte“, damit die Narbe später weniger auffällt. Diesem sogenannten Pfannenstiel-Schnitt folgen entweder weitere Schnitte, die die einzelnen Gewebeschichten durchtrennen und die Gebärmutter öffnen. Oder es erfolgt stattdessen ein Dehnen und Reißen der Schichten – die mittlerweile häufig angewendete Misgav-Ladach-Technik. Diese wird auch „sanfter Kaiserschnitt“ genannt, da sie viele Vorteile, wie etwa weniger Gewebsverletzungen und Blutverlust sowie weniger Schmerzen nach der OP mit sich bringt.

Nachdem der neue Erdenbürger aus der Gebärmutter geholt wurde, wird die Nabelschnur durchtrennt, der Mutterkuchen entnommen und die einzelnen Gewebeschichten mit selbstauflösenden Fäden vernäht. Währenddessen haben Mama und Baby dann Gelegenheit, einander kennenzulernen.


Wie lange dauert die Sectio?

Die reine Operationsdauer beim Kaiserschnitt ist mit 15 bis 30 Minuten recht überschaubar. Hinzu kommt die Vorbereitungs- und Nachsorgezeit, die jeweils etwa eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Wie jeder operative Eingriff ist allerdings auch der Kaiserschnitt abhängig von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise vorherige Operationen und/oder eventuellen Verwachsungen und Vernarbungen im Operationsbereich. Ist dies der Fall, nimmt der Eingriff dementsprechend etwas mehr Zeit in Anspruch.


Darf mein Partner bei der Operation dabei sein und darf ich mein Baby nach der Kaiserschnitt-Geburt gleich im Arm halten?

Die meisten Kliniken sind mittlerweile auf die Anwesenheit des Partners im Operationssaal eingestellt. In der Regel sitzt dein Partner in OP-Kleidung neben dir am Kopfende hinter dem Sichtschutz und unterstützt dich während des Eingriffs. Wenn es dir und deinem Baby nach der Entbindung gut geht, dürft ihr euer Baby anschließend gemeinsam in Empfang nehmen und willkommen heißen. Danach habt ihr im Kreissaal ausgiebig Zeit, um euch besser kennenzulernen und gegebenenfalls erste Stillversuche zu starten …


Welche Risiken sind der OP verbunden?

Glücklicherweise konnten die Risiken eines Kaiserschnitts in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden. Grund dafür sind zum einen Fortschritte in der Operationstechnik sowie der Einsatz von Antibiotika zum Schutz vor Infektionen. Trotzdem ist und bleibt es ein operativer Eingriff, der niemals risikofrei ist und im Vergleich zur vaginalen Geburt einer viel längeren Erholungszeit bedarf! So kann die Wundheilung mehrere Wochen in Anspruch nehmen und einige Einschränkungen im Alltag mit sich bringen. Denn solange die Narbe schmerzt, darfst du weder heben noch tragen. Auch beim Aufstehen und Hinsetzen solltest du Vorsicht walten lassen.


Kann ich nach einem Kaiserschnitt stillen?

Das Stillen ist nach einem Kaiserschnitt nicht nur erlaubt, sondern kann sogar sehr sinnvoll sein. Denn das eigene Baby an die Brust anzulegen unterstützt die Mutter-Kind-Bindung. Darüber hinaus hilft es vielen Frauen bei der seelischen Verarbeitung des Kaiserschnitts, aber auch der natürlichen Geburt. Insbesondere dann, wenn der Eingriff als traumatisch empfunden wurde – von den zahlreichen positiven Eigenschaften des Stillens generell mal abgesehen.

Kaiserschnitt Geburt und Kaiserschnittnarbe

Wie pflege ich die Kaiserschnitt-Narbe am besten?

Spezielle Narbensalben helfen dir, deine Kaiserschnitt-Narbe zu pflegen und eine starke Narbenbildung zu verhindern. Darüber hinaus unterstützt dich der von uns entwickelte Kaiserschlüpfer bereits direkt nach der Geburt: Er schützt und kühlt die Naht, hält den Bauch und schenkt dir Sicherheit und Wohlbefinden. Wie das geht? In den Slip ist eine Tasche eingearbeitet, in die sich ein Kühlpad einlegen lässt, das von außen nicht sichtbar ist. Dadurch wird die Kaiserschnitt-Naht zum einen gekühlt, zum anderen wird unnötige Reibung und Druck durch den Hosenbund auf die Naht verhindert. Außerdem wird dein Bauch durch den hohen Stützbund optimal gehalten und drückt somit nicht von oben auf die frische Narbe.

 

Kaiserschlüpfer inkl. Kühlpad


Ab wann darf ich nach dem Kaiserschnitt duschen und baden?

Sobald dein Kreislauf wieder stabil ist, darfst du in der Regel auch duschen. Dies ist ungefähr ab dem dritten Tag nach der Operation der Fall. Um Infektionen zu vermeiden, solltest du mit einem Vollbad jedoch warten, bis der Wochenfluss versiegt ist.


Wie lange muss ich nach einem Kaiserschnitt im Krankenhaus bleiben?

Nach einem Kaiserschnitt bleiben die meisten Patientinnen für etwa 4 bis 7 Tage im Krankenhaus. In dieser Zeit solltest du dich natürlich vom Eingriff erholen und dein Baby versorgen. Allerdings ist auch eine frühe Mobilisation wichtig, um etwaige Thrombosen zu verhindern und die Darmtätigkeit anzuregen. Die Bauchnaht verheilt normalerweise innerhalb von 8 bis 12 Tagen, sofern keine Komplikationen auftreten.


Wie erhole ich mich nach einem Kaiserschnitt am besten und wie kann ich die Rückbildung unterstützen?

Nach einem Kaiserschnitt solltest du darauf achten, dich zu schonen und nicht zu schnell wieder in den Alltag einsteigen. Schließlich hast du nicht nur eine Operation überstanden, sondern davor auch eine komplette Schwangerschaft durchlebt! Deshalb: Geh im Wochenbett alles so langsam und entspannt wie möglich an und nimm Hilfe in Anspruch. Bei Schmerzen und Komplikationen kannst du nach Rücksprache leichte Schmerzmittel nehmen.

Auch deine Hebamme hat sicherlich den ein oder anderen Tipp auf Lager und kann dir individuelle Rückbildungsübungen zeigen. Apropos Rückbildung: Die sogenannte Rückbildungsgymnastik nach Kaiserschnitt geht auf die besonderen Anforderungen nach einer Sectio ein. In speziellen Kursen lernen die frischgebackenen Mamis, die beanspruchten Gewebestrukturen in Bauch und Beckenboden zu kräftigen – natürlich stets unter Berücksichtigung der Kaiserschnitt-Narbe.


Kann ich nach einem Kaiserschnitt beim nächsten Kind trotzdem normal entbinden?

In vielen Fällen erfolgt nach einer Sectio bei einer erneuten Schwangerschaft ein weiterer Kaiserschnitt. Solltest du allerdings den Wunsch verspüren, dein nächstes Kind auf natürlichem Wege zur Welt zu bringen, kannst du dies ganz individuell mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen.

 

Hebamme Daniela

“Ich wünsche dir eine entspannte Schwangerschaft und eine schöne Geburt – ganz gleich ob auf natürlichem Wege oder per Kaiserschnitt.”

Deine Hebamme Daniela

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