Nährstoff-Booster nach der Geburt: Was dein Körper jetzt braucht
Geburt zehrt – Ernährung stärkt
Eine Geburt fordert ihren Tribut – und das ist Fakt! Allein durch das viele Schwitzen vor, während und nach der Geburt verliert dein Körper eine große Menge an Mineralstoffen. Auch der Durchfall, der manche Gebärende kurz vor der Geburt ereilt, trägt zusätzlich zum Mineralstoffverlust bei. Und dann ist da noch die immense körperliche Anstrengung: Stundenlange Geburtsarbeit, bei der dein Körper Höchstleistung erbringt. Diese Kraftanstrengung muss dein wunderbarer Körper erst einmal verarbeiten. Am besten gelingt das mit viel Ruhe und gutem, nährstoffreichem Essen!
SNACK DICH STARK – Was dein Körper jetzt wirklich braucht!
Du wirst im Wochenbett und in der Stillzeit noch ungefähr 500 Kalorien mehr pro Tag verbrauchen, sodass du bei Deiner täglichen Nahrungsaufnahme auf insgesamt 2500 Kalorien kommen solltest. Ich weiß, dass vor allem das regelmäßige Essen oft das Hauptproblem ist. Meist wird sich zwischendurch nur das “reingeschoben”, was zufällig gerade irgendwo herumliegt und nach Schokolade, Banane oder Müsliriegel aussieht. Besonders wertvoll für dich sind aktuell warme Mahlzeiten und nicht irgendwelche fertigen, industriell hergestellten Snacks. Auch kalte Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Rohkost, solltest Du zunächst erst mal meiden. Dein Körper hat noch nicht die Kraft diese Lebensmittel zu “erhitzen” und zu verwerten. Und zudem sind kalte Mahlzeiten nicht sonderlich förderlich für deine Milchbildung.
DIE BASICS NACH DER GEBURT – Essen, dass dich stärkt
Eisen für die roten Blutkörperchen – damit wird eine gute Sauerstoffversorgung deiner Organe garantiert: Himbeeren, Hirse, Rote Bete oder Rote-Bete-Saft, rotes Fleisch, Haferflocken, Linsen, Hühnereigelb, Innereien (Leber). Die Aufnahme der Nährstoffe wird durch den Konsum von Kaffee, Schwarztee, Alkohol und Magensäureblockern erschwert.
B-Vitamine sind deine Nervennahrung nach durchwachten Nächten: Eier, Milch, Hüttenkäse, Joghurt, Kalbfleisch, Hühnchen, Makrele, Lac Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Haferflocken, Nüsse, Chiasamen, Sesam Sonnenblumenkerne, Bananen, Auberginen, Feldsalat
Vitamin C unterstützt die Eisenaufnahme und dein Immunsystem freut sich: Zitrusfrüchte, Paprika, Kartoffeln (Zitrone des Nordens genannt), Brokkoli, Kresse, Petersilie, Johannisbeeren, Sanddorn, Hagebutten
Vitamin D für gute Stimmung, ein bombiges Immunsystem und in Verbindung mit Licht für die Garantie, dass Kalzium in die Knochen eingelagert wird: Champignons, Avocado, Butter, Sahne und fetter Seefisch (Hering, Lachs Makrele). Alternativ zu Fisch kann auch auf Algenöl oder -kapseln zurückgegriffen werden. Algen werden in speziellen Kulturen gezüchtet und sind frei von Schadstoffen.
Biotin für Rapunzel-Haare und stabile Fingernägel: Nüsse, Haferflocken, Kartoffeln, Fisch, Haferkleie, Linsen
Folsäure geben deinen roten und weißen Blutkörperchen ordentlich Stoff: Fenchel, Kartoffeln, Nüsse, Vollkornprodukte
Zink für Dein Immunsystem und eine gut funktionierende Wundheilung (also besonders wichtig, wenn die Brustwarzen schlecht abheilen und die Kaiserschnittnaht sehr lange Wundsekret abgibt und sich immer wieder an kleinen Stellen entzünden sollte):
Haferflocken, Paranüsse, Erdnüsse, Gouda, Linsen
Jod für eine stabile Körpertemperatur und deine Schilddrüse. Achtung: Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis jodreiche Nahrungsmittel und Jodtabletten vermeiden! In der Klinik werden sehr oft alle Wöchnerinnen kategorisch mit Jod versorgt, ohne dass bei der Anamnese auf eine Schilddrüsenerkrankung geachtet wird. Du bist jetzt um diese Information reicher, weise bitte selbstständig darauf hin, beziehungsweise verzichte eigenständig auf die Einnahme von Jodtabletten, falls du zu den Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis gehörst.
Omega-3-Fettsäuren für die Sehkraft, die Funktion des Herzens und des Gehirns: Hering, Lachs, Makrele, Sardine, Algen, Leinöl, Hanföl, Rapsöl, Rosenkohl, Avocado, Walnüsse, Mandeln.
Ballaststoffe für eine geregelte Verdauung: Leinsamen (aufgebrochen), Flohsamen, Apfel, Bananen, schwarze Johannisbeeren, Datteln, Linsen, Kartoffeln
Proteine sin deine Bausteine für Organe, Muskeln, Enzyme, Blut und Hormone: Quark, Butter, Eier, Tofu, Nüsse, Hülsenfrüchte, Quinoa, Haferflocken, mageres Rindfleisch, Huhn
JETZT KOMMT’S IN DEN TOPF – Rezepte für dein Wochenbett
Jetzt muss das Ganze natürlich auch noch in den Kochtopf. In dem Buch “Königin im Wochenbett” hat meine liebe Kollegin Kerstin Lüking eine Sammlung an leckeren Kochrezepten, die Du teilweise auch vorbereiten und einfrieren kannst, für euch zusammengestellt. Alternativ bittest Du Freunde und Verwandte, Dich mit einem »Wochenbett-Catering« als Geburtsgeschenk zu verwöhnen.
HINWEIS ZU DIESEM BEITRAG: Unsere Gast-Autorin Hauptstadthebamme Romy ist selbst ein großer Fan vom zauberhaften Buch „Königin im Wochenbett“ von Kerstin Lüking. Die vollständigen Inhalte dieses Beitrags stammen aus diesem Buch. Klare Leseempfehlung!
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